Jeder therapeutisch tätige Psychologe ist in mindestens einem Therapieverfahren ausgebildet. Diese Verfahren sind nie bei allen Störungsbildern gleich wirksam. Deshalb spezialisieren sich viele Psychologen – so wie auch Fachärzte – auf spezielle Störungsbilder. 

Meine psychotherapeutischen Behandlungsverfahren

Entsprechend meinem Ausbildungsschwerpunkt als klinischer Psychologe in der kognitiven Verhaltenstherapie (kVT) arbeite ich mit den neuen Ansätzen der dritten Welle der Verhaltenstherapie.


Darüber hinaus habe ich bei Prof. Reinhard Tausch und Prof. Inghard Langer die klientenzentrierte Psychotherapie (Gesprächspsychotherapie) nach Carl Rogers studiert.


Zur Behandlung von Traumata und der Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) arbeite ich mit verschiedenen Verfahren, beispielsweise mit Eye Movement Desensitization and Reprocessing (EMDR), einem bewährten Verfahren, das mittlerweile als integraler Teil in die Behandlungsleitlinien der Posttraumatischen Belastungsstörung aufgenommen wurde.


Oftmals arbeite ich mit Entspannungsverfahren, wie beispielsweise der Progressiven Muskelentspannung (Progressive Muskelrelaxation, PMR), dem Autogenen Training, Techniken der Atemmeditation sowie imaginativen Verfahren. 


In der Behandlung von Ängsten/Phobien, Zwängen, der Depression, von Motion Sicknesses und Traumata arbeite ich gegebenenfalls videogestützt mit VR-/AR-Brille. 

Kognitive Verhaltenstherapie (kVT)

Die kognitive Verhaltenstherapie (kVT) ist eines der am besten untersuchten psychotherapeutischen Verfahren. Sie erweitert die Verhaltenstherapie um kognitive Ansätze und Erklärungsmodelle. Ziel der kVT ist es, dass der Patient Klarheit hinsichtlich seiner Gedanken, Einstellungen und Erwartungen gewinnt. Häufig sind es nicht nur die Ereignisse und Gedanken selbst, die dem Patienten Probleme bereiten, sondern auch die ungerechtfertigte Relevanz – Verallgemeinerungen, Katastrophisierungen, verzerrte Gewichtungen –, die er ihnen beimisst. 


Kognitive Verhaltenstherapeuten leiten und unterstützen den Patienten dabei, falsche und belastende Überzeugungen zu erkennen, sich diese bewusst zu machen, ihre Relevanz zu hinterfragen und sie schließlich zu korrigieren. Dazu hilft der Therapeut dem Patienten, seine Introspektion (die Beschau des eigenen Inneren) systematisch auszubauen. Am Ende sollte der Patient dazu befähigt sein, die eigenen krank machenden kognitiven Verzerrungen und falschen Sichtweisen aus eigener Kraft realitätskonform einordnen zu können. Schließlich überträgt der Patient die neu gewonnenen Einsichten als konkrete neue Einstellungen und Verhaltensweisen in seinen Alltag. Anders als tiefenpsychologische und analytische Verfahren fokussiert die kVT also auf die Gegenwart und orientiert sich an den aktuellen Problemen des Patienten.

Gesprächspsychotherapie 

Die Gesprächspsychotherapie oder auch klientenzentrierte Psychotherapie ist eine humanistische Psychotherapieform, die auf Carl Rogers zurückgeht. Die klientenzentrierte Psychotherapie postuliert ein Menschenbild, in dem der Mensch eine angeborene Vervollkommnungstendenz besitzt, die für eine Weiterentwicklung und Reifung der Persönlichkeit sorgt. Der Patient trägt in diesem Bild alles zu seiner Heilung Notwendige in sich und wird durch die Interaktion mit dem Therapeuten in die Lage versetzt, seine persönliche Situation zu analysieren und Lösungen für seine Probleme zu erarbeiten. 


In jüngerer Zeit wurde die beziehungsorientierte Gesprächspsychotherapie im Zuge der dritten Welle der Verhaltenstherapie von Rainer Sachse zur klärungsorientierten Psychotherapie weiterentwickelt.

Eye Movement Desensitization and Reprocessing (EMDR)

Eye Movement Desensitization and Reprocessing (EMDR) ist eine traumafokussierte Methode zur Behandlung Posttraumatischer Belastungsstörungen (PTBS). Mittlerweile wird EMDR aber auch gegen Depressionen, Ängste und andere Störungen eingesetzt.


Traumata werden wegen des sprachlosen Entsetzens, das sie auslösen, im Gehirn oftmals nicht entsprechend ihrem wirklichen zeitlichen oder örtlichen Zusammenhang abgespeichert. Dadurch können sie vom Patienten nicht vollständig durchlebt und nicht in ihrem korrekten biografischen Kontext abgespeichert werden und treten so beispielsweise als Flashbacks oder Albträume immer wieder auf. EMDR hilft dabei, die fehlerhaften Erinnerungsstrukturen zu konsolidieren, und entwickelt und verstärkt Ressourcen, die den Patient befähigen, besser mit der belastenden Situation umgehen zu können. 

Durch rhythmische, durch den Therapeuten geleitete Augenbewegungen oder durch rhythmische taktile oder akustische Stimulation in Verbindung mit strukturierter, angeleiteter Fokussierung wird beim Patienten dabei ein assoziativer Verarbeitungsprozess angestoßen, der es ermöglicht, das Trauma in seinen korrekten Kontext zu überführen, korrekt abzuspeichern und dadurch die quälende Erinnerungsschleife zu durchbrechen. 


EMDR wurde ausführlich wissenschaftlich untersucht und als in der Behandlung der Posttraumatischen Belastungsstörung bei Erwachsenen wirksam bewiesen. EMDR ist als Behandlungsmethode der PTBS seit 2016 offiziell vom Gemeinsamen Bundesausschuss anerkannt und neben der kognitiven Verhaltenstherapie (kVT) als zweite empfohlene Methode in die Therapierichtlinien aufgenommen worden.

Entspannungsverfahren

Da körperliche Entspannung und das Erleben von Gelassenheit, Zufriedenheit und Wohlbefinden eng miteinander verbunden sind, ist es im Therapieverlauf in der Regel irgendwann notwendig, dass der Patient seine Entspannung kontrollieren kann. Entspannungsverfahren sind übende Verfahren, die dem Patienten helfen, körperliche und insbesondere geistige Anspannung zu verringern. Ich nutze ausschließlich wissenschaftlich überprüfte und gesicherte Verfahren, die in keinem religiösen Kontext stehen.

Progressive Muskelentspannung

Bei der Progressiven Muskelentspannung (Progressive Muskelrelaxation, PMR) nach Jacobson spannt der Übende nacheinander und für wenige Sekunden einzelne Muskeln oder Muskelgruppen an und entspannt sie sofort wieder. Wesentliches Element der Übungen ist die Fokussierung des Übenden auf die von ihm empfundenen Unterschiede zwischen der Anspannung der Muskeln und ihrer Entspannung. Dadurch wird der Übende sich der muskulären Entspannung bewusst, und es gelingt, den Körper zu entspannen, wodurch sich schließlich auch der Geist entspannt. 

Autogenes Training

Das Autogene Training nach Schultz ist ein autosuggestives Entspannungsverfahren. Der Übende konzentriert sich mittels kurzer Formeln, die einige Zeit in Gedanken langsam wiederholt werden (beispielsweise „Mein rechter Arm ist ganz schwer“), auf Teile des Körpers oder auf Körperfunktionen (beispielsweise die Atmung), die dadurch entspannt werden.

Atemmeditation und imaginative Verfahren

Oftmals wende ich klinische Fokussierungsmeditationen an, beispielsweise Techniken der Atemmeditation aus dem Zen oder dem Yoga. Auch bediene ich mich imaginativer Verfahren wie Fantasiereisen, Visualisierungen oder Imaginationen zur Einleitung oder Vertiefung der Entspannung. 

 

Die Schwerpunkte meiner psychotherapeutischen Arbeit

Entsprechend der Wirksamkeit der von mir eingesetzten Behandlungsverfahren liegen meine Schwerpunkte auf der Behandlung von

  • generellen Angststörungen und Phobien wie beispielsweise der Flugangst, der Höhenangst, der Angst vor engen Räumen, vor Menschenmengen, vor dem Autofahren, sozialen Ängsten und vielen anderen spezifischen Ängsten
  • Depressionen, Erschöpfungsdepressionen (Burnout) und (akuten) Lebenskrisen
  • Stress- und Überlastungsstörungen
  • Bewegungskrankheiten wie der Seekrankheit, der Luftkrankheit und anderen (in Kooperation mit dem TilliT®-Institut) 
  • spezifischen Zwangsstörungen 


Darüber hinaus arbeite ich 

  • notfallpsychologisch  
  • mit Patient/innen, die an akuten Belastungsstörungen leiden
  • traumatherapeutisch, beispielsweise bei der Posttraumatischen Belastungsstörung und bei Anpassungsstörungen nach Verlust einer Person, der Heimat, der Arbeit, von Körperteilen und Ähnlichem


Außerdem arbeite ich als Schulpsychologe mit Lehrer/innen und Leitungen. 


Viele andere Störungsbilder, beispielsweise Erkrankungen mit organischen Ursachen wie Demenzen, Abhängigkeiten, Erkrankungen des schizophrenen Formenkreises, Erkrankungen, die mit Wahn oder Halluzinationen einhergehen, oder bestimmte Persönlichkeitsstörungen, bedürfen in der Regel einer medikamentösen Begleitung der Therapie. Deshalb gehört die Behandlung dieser Störungen in die Hände eines erfahrenen Psychiaters, Nervenarztes oder Neurologen.